Die Bildungsreform von unten!
 

 

Bildungsportal Schulkritik

 

Wer hat Vorteile?

Nutzer des neuen Schulkritik-Portals

In die Bildungsdiskussion ist rund ein Drittel der deutschen Bevölkerung (82 Millionen) privat oder beruflich direkt eingebunden (indirekt sind alle Bürger betroffen):

Schüler

Schülerzahl an allgemeinbildenden Schulen: rund 9.200.000.

Eltern der Schüler

Mindestens 12.000.000 Elternteile mit schulpflichtigen Kindern.

Lehrer

Fast 670.000 hauptberufliche Lehrkräfte an staatlichen Schulen (insgesamt: 792.000).

Privatschulen

Zusätzlich über 600.000 Schüler an Privatschulen.

Hochschulen und Forschung

Etwa 2.000.000 Studierende, betreut von rund 250.000 Hochschullehrern einschl. wissenschaftliches Personal und Lehrkräfte an Universitäten, Pädagogischen- und Fachhochschulen (www.hochschulkritik.de in Planung).

Staat und Politik

Staatliche Einrichtungen und Behörden (z. B. Schulen, Schulämter, Regierungspräsidien, Ministerien, Justiz, Städte und Gemeinde als Schulträger), Parteien und Bildungspolitik …

Wirtschaft

benötigt gut ausgebildete Schul- und Hochschul-abgänger und fördert Bildung und Wissenstransfer, Schulen, Hochschulen, Berufsschulen …

Medien

Printmedien: Zeitungs-, Zeitschriften-, Buch- und Schulbuchverlage (www. schulbuchkritik.de und www.schulbuchbesprechung.de in Vorbereitung), Fernsehen und Radio, Internet.

Verbände und Interessengruppen

Sponsoren, Stiftungen, Eltern-, Lehrer- und Schülerverbände, Gewerkschaften, Bürgervereine, Schülerzeitungen.

pdf / A401 / 16.10.08

Schon gewußt?

Im allgemeinbildenden Bereich besuchten 2004 rund 93,5 % der Schüler die öffentlichen Pflichtschulen. Der Privatschulanteil (6,5 %) ist in den letzten Jahren deutlich steigend (25 % seit 1995).

Die meisten Schüler gibt es in Nordrhein-Westfalen (rund 2,3 Mill.), Bayern (1,5 Mill.) und Bad.-Württbg. (1,3 Mill.); die geringste Schülerzahl in Bremen (71.000), im Saarland (109.000) und in Mecklenb.-Vorpommern (137.000). Die Tendenz der Schülerzahl ist fallend (1,6% oder 149.500 weniger als im Vorjahr); die Abnahme ist in den alten Bundesländern stärker als in den neuen.

Von den hauptberuflichen Lehrern in Deutschland arbeiten etwa 40 % in Teilzeit; zwei Drittelsind weiblich (68 %, Anteil steigend). Das durchschnittliche Alter beträgt rund 48 Jahre (Tendenz steigend); der Anteil der 50-60jährigen liegt bei 42%.

Lehrergehalt: mit 27.220 bis 39.121 Euro deutlich über dem Durchschnitt der OECD.

Gesamtausgaben für Bildung in Deutschland: 142,9 Milliarden Euro (2006, im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig). Durchschnittliche Kosten für einen Schüler an einer allgemeinbildenden Schule: rund 5.000 Euro/Jahr (beinhaltet Personal, Sachaufwand und Investitionen).

Daten-Quellen: Statist. Bundesamt Deutschl., 2008; Grund- und Strukturdaten 2007/08. Daten zur Bildung in Deutschland (BMBF 2008); Die Zeit Nr. 40 v. 25.9.2008.



 

 

Tendenz in Krisenzeiten:

Ruf nach der „starken Hand”

Mängel in der schulischen Bildung?

 

Die russische Politik wird vielfach damit entschuldigt, daß

ein solches Land allein „mit einer starken Hand” regierbar

 

sei. Vor allem in Zeiten wirtschaftlicher Probleme und politischer Umwälzungen, wie wir sie zur Zeit erleben, wird diese Ansicht auch bei uns vermehrt geäußert. Doch gerade die deutsche Bevölkerung sollte auf ihre Historie zurückblicken und sensibel reagieren, wenn solche Tendenzen sichtbar werden. Zwar liegen die Aufgaben der familiären Erziehung bei den Eltern, doch in der Wissens- und Wertevermittlung sind die Schulen Miterziehende im Rahmen der Bildungspflicht des Staates. Werden sie ihrer Aufgabe gerecht?

Die Bertelsmann-Stiftung (gemeinsam mit UNICEF und dem Deutschen Kinderhilfswerk) untersuchte 2005 die Einstellung von Kindern und Jugendlichen zur Politik (12.000 Schüler, 12–18 Jahre). Das Ergebnis war niederschmetternd: Mehr als die Hälfte waren mit der Politik unzufrieden oder sehr unzufrieden und mehr als zwei Drittel gaben an, von Politikern nicht ernst genommen zu werden. Bemängelt wurden fehlende Möglichkeiten der Mitwirkung und zu wenig Informationen, aber auch Interessenlosigkeit. 35,2 % stimmten der Meinung zu, „eine starke Hand müßte mal wieder Ordnung in unseren Staat bringen” – eine sehr bedenkliche Entwicklung, die aktions- und folgenlos lediglich zur Kenntnis genommen wurde.

Angesichts solcher Ergebnisse stellt sich die Frage, mit welcher Verantwortung nicht zuletzt die Schulen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten an dieses Aufgabenfeld herangegangen waren. Welche Keime wurden in die Schüler hineingetragen, wenn mehr als ein Drittel von ihnen trotz allen geschichtlichen Unterrichts akzeptieren würde, sich erneut von einer „starken Hand” politisch führen zu lassen? Freiheitlich-demokratisches Verständnis wurde hier nur unzureichend vermittelt. Stattdessen öffnet eine solche Einstellung Tür und Tor für Extremismus und Intoleranz! Versagen der Gesellschaft? der Eltern? der Lehrer?

pdf / A402 / 16.10.08

 

   

INFO (Auswahl)

wird ständig aktualisiert, ergänzt, erneuert …


Bildung auf einen Blick 2008 (Neuerscheinung)

521 S.; jährlich erscheinendes Kompendium der OECD mit international vergleichbaren Bildungsstatistiken; eine pdf-Version (derzeit in engl. Sprache) finden Sie im Internet unter www.oecd.org


Bildung in Deutschland 2008 (Neuerscheinung)

352 S.; Bielefeld (WBV Bertelsmann); ISBN 978-3-7639-3663-2); 39,90 €. Eine pdf-online-Version dieses zweiten nationalen Bildungsberichts für Deutschland (Gesamtschau aller Bereiche des Bildungssystems) finden Sie im Internet unter www.bildungsbericht.de


Bildungsmonitor 2008 (Neuerscheinung)

174 S.; Forschungsbericht des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Eine pdf-online-Version und eine Kurzfassung finden Sie im Internet unter www.insm-bildungsmonitor.de

 

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Bildung neu denken! Das Zukunftsprojekt (2003); Hrsg: vbw, Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft – 353 S.; Opladen (Leske+Budrich; ISBN 3-8100-4110-6); 24,90 €.

Bildung neu denken! Das juristische Konzept (2005); Hrsg: vbw, Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft – 204 S. Wiesbaden (VS Verlag f. Sozialwiss.); ISBN 3-531-14825-7); 22,90 €.

Bildung neu denken! Das Finanzkonzept (2004); Hrsg: vbw, Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft – 189 S. Wiesbaden (VS Verlag f. Sozialwiss.); ISBN 3-531-14324-7); 19,90 €.


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www.bmbf.de Bundesminist. f. Bildung u. Forschung (viele Schriften und pdf)

www.destatis.de – Statistisches Bundesamt Deutschland (mit Auskunftsdienst)

www.weiterbildung-fuer-schulen.de – Forum Eltern und Schule/Austausch und Begegnung


Die fortdauernde Bildungskatastrophe. Einige Klassiker (Auswahl):

Die Zitate von Werner Remmers auf den Schulkritik-Seiten sind zu finden im Buch von Elies, J., Holzknecht, A., Kauffmann, B. & H.-C. Maaß (1981): Mensch Remmers. Bilder und Sprüche eines Kultusminsters. – 64 S.; Hildesheim (Gerstenberg).

R. Picht, Die deutsche Bildungskatastrophe, Analyse und Dokumente. Olten 1964.

R. Dahrendorf, Bildung ist Bürgerrecht. Plädoyer für eine aktive Bildungspolitik. Hamburg 1967.

Martin Greiffenhagen (Hrsg.), Kampf um Wörter. Politische Begriffe im Meinungsstreit. München/ Wien 1980, hierzu vor allem Werner Remmers Beitrag “Chancengleichheit” (83–89).

 

 

 

 

 

 

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