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zu lösende Problem ist seit Jahrzehnten
dasselbe: Beschweren sich Schüler, Eltern
oder auch Lehrer bei der Schulaufsicht, müssen
sie bis zu einer Entscheidung mit langen Wartezeiten
rechnen. Diese sind systembedingt und kommen
der Arbeit von Schulämtern und Kultusministerien
durchaus entgegen. Niemand konnte ihnen bisher
vorschreiben, wie und bis wann sie eine Beschwerde
zu bearbeiten oder einen Mißstand zu beseitigen
hatten. Vorhandene Empfehlungen oder Richtlinien,
wie z. B. die Dreimonatsfrist, sind für
die Praxis untauglich: Irgendeine Begründung
für Verzögerungen findet sich allemal
und die Entscheidung über eine Untätigkeitsklage
dauert derart lange, daß auch viele Gerichte
eine solche verdient hätten. Der Hintergedanke
unserer Bildungsbehörden: Probleme und
Beschwerden, die besser verschwinden sollten,
werden durch den Mantel der Zeit bedeckt. Und
wenn der Mangel irgendwann mal wieder aufgehoben
wird, hat sich das Problem erledigt.
Muß
der Bürger damit leben, daß über
Schulprobleme erst dann entschieden wird, wenn
Betroffene die Schule schon lange verlassen
haben? Nein, sagten sich Schüler, Eltern
und Lehrer im gemeinnützigen Verein „Schulkritik
e.V.” und entwickelten eine hochwirksame
„Fristen-Methode”: Feste, zeitlich
angemessene Bearbeitungsfristen, wie sie jeder
Bürger z. B. vom Finanzamt kennt und unbedingt
befolgen sollte, werden nunmehr auch Behörden
und Politikern gesetzt! Schulleiter, Schulämter
und selbst Kultusministerien müssen nun
auf einmal jene Regeln, zu deren Einhaltung
sie den Bürger verpflichtet haben, auch
selbst beachten!
Klingt
gut, doch wie soll das funktionieren? Welches
Druckmittel zwingt staatliche und politischen
Stellen, ihnen gesetzte Fristen auch einzuhalten?
Ganz einfach: Nach Fristablauf werden umgehend
Maßnahmen eingeleitet, die im behördlich-politischen
Umfeld als „peinlich” oder „äußerst
unangenehm” empfunden werden und dort
mit erheblichem Arbeitsaufwand oder Imageverlust
verbunden sind. Beispiele sind Beschwerden bei
der übergeordneten Dienstaufsicht, Unterstützung
durch andere Schüler, Eltern, Lehrer und
Politiker, Einschalten eines Rechtsanwalts,
Klage, Strafanzeige usw. Die schärfste
Waffe ist jedoch der Weg in die Öffentlichkeit:
Erst das Internet hat die neue „Fristen-Methode”
ermöglicht.
Der
Unterstützung von Betroffenen bei dieser
nicht immer leichten Aufgabe widmet sich das
Internet-Portal schulkritik.de zusammen mit
der gleichnamigen Zeitschrift. Erst seit wenigen
Wochen online wird es von Schülern, Eltern
und Lehrern heiß geliebt, von Schulleitern
und Behörden dagegen zutiefst gefürchtet
und gehaßt. Am schlimmsten traf es anfangs
jene Bürokraten, welche die „Fristen-Methode”
noch nicht kannten oder nicht beachteten und
zu ihren alten und bewährten Verfahrensweisen
griffen. Erste Berichte über die betroffenen
Gymnasien und das Schulamt in Fulda unter www.schulkritik-hessen.de
vermitteln ein erschreckendes Bild über
die Zustände an unseren Schulen. Was wird
da noch alles folgen?
Und
dann geschah etwas völlig Überraschendes,
womit selbst die Initiatoren nicht gerechnet
hätten: Von „Schulkritik” gesetzte
Fristen wurden peinlich genau beachtet und Mißstände
schnell und unbürokratisch behoben, Eltern
fühlten sich auf einmal ernst genommen
und Lehrer, die ein Schreiben mit dem Schulkritik-Briefkopf
erhalten hatten, verhielten sich freundlich
und zuvorkommend.
Angst
und Verunsicherung der Bürokraten? Eine
neue Hoffnung, die Bildungsmisere bald und gründlich
zu beenden? Kommt jetzt die sanfte, aber wirkungsvolle
„Bildungsreform von unten”? Schulkritik
sucht noch Betroffene wie auch Mitwirkende in
allen Bundesländern!
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