Musik versüßt das Leben und fordert das Gehirn (macht schlau!)
 

 

Bildungsportal Schulkritik

 

 

Musik

Gitarrenunterricht im Internet

Über YouTube (Siggi5153) geht der Musiklehrer Siggi Mertens aus Münster dreimal wöchentlich auf Sendung, um in kurzen Filmen das Spielen der Gitarre zu erklären. Die einzelnen Übungseinheiten behandeln jeweils einen Song. Mehr als 200 traditionelle und aktuelle Titel (überwiegend Folk, Beat und Rock; englisch- und deutschsprachige Popmusik) sind bereits verfügbar. In jeweils 10 Minuten werden Griffe, Spielweise und Überleitungen vorgespielt und erläutert.

Siggi Mertens gründete schon mit 16 seine eigene Band (Marylin), studierte Musik und Englisch und – bekam als Lehrer keine Stelle. So machte er sich zunächst mit einem Tonstudio selbständig, um dann später doch noch als Realschullehrer zu arbeiten. In der Freizeit stellt er seit September 2007 seine Kenntnisse auch der breiten Allgemeinheit zur Verfügung. Als Tonstudio dienen ihm das Schlafzimmer und eine Webcam.

Mehr als 2 Millionen Klicks und ungezählte Kommentare belegen das große Interesse der Internet-User. Der enorme Erfolg ist nicht zuletzt auch darauf zurückzuführen, daß die Lektionen in englischer Sprache abgehalten werden. So lernen die Schüler nicht nur Gitarre spielen, sondern bekommen gleichzeitig eine Übungsstunde in Englisch.

Lektionen können auch über die Internet-Präsenz www.siggi-mertens.de abgerufen werden.

10.01.09 [GRP]



 

Musikgymnasien in Deutschland

Traurig: Nur die wenigsten Bundesländer verfügen über eigene Landesgymnasien für Musik!

Auf einen wertenden Vergleich der Schulen sei aufgrund der unterschiedlichen Schwerpunkte und Profile verzichtet. Die folgende Übersicht wurde nicht nach qualitativen Gesichtspunkten zusammengestellt und sollte auf keinen Fall als Ranking mißverstanden werden:

 

Thüringen

 

Musikgymnasium Schloss Belvedere
Staatliches Spezialgymnasium
D-99425 Weimar
Tel. 0 36 43 / 86 63 10 • Fax 0 36 43 / 86 63 20
www.musikgymnasium-belvedere.de

Kurzbeschreibung: Hochbegabtenzentrum der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar; Abitur (mit zusätzlicher Klasse 11Sp zur Entlastung der Oberstufe), Aufnahme ab Kl. 5 (Eignungprüfung); mit Internat (100 Plätze, Zweibettzimmer, Heimfahrt 14tägig, derzeit ca. 3000 € pro Jahr); 120 Schüler, Englisch und Italienisch (= Sprache der Musik), Musik ist Hauptfach; Einzelunterricht Instrumentalausbildung (Orchesterinstrumente: Streicher, Bläser, Schlagzeug, Klavier, Orgel, Gitarre, Harfe, Akkordeon .…), Gruppenunterricht in Musiktheorie, Gehörbildung und Rhythmik, Dirigieren, Klassenunterricht in Musikkunde sowie Ensemblemusizieren in Chor, Orchester bzw. Kammermusik.

Teilnahme: Nationale und internationale Wettbewerbe, innerschulische Wettbewerbe … 25 Preisträger beim Bundeswettbewerb "Jugend musiziert 2008", darunter 11 erste Preise; Mitglied im Arbeitskreis Europäischer Musikgymnasien.

Tops: Musikausbildung finanziert der Freistaat Thüringen. Die gesamte Instrumentalausbildung liegt in den Händen von Professorinnen, Professoren und Lehrbeauftragten der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar; enge Zusammenarbeit mit der „Staatskapelle Weimar“ und der „Jenaer Philharmonie“; außerschulische Kursangebote.

Rheinland-Pfalz

 

Landesmusikgymnasium Rheinland-Pfalz
Peter-Altmeier-Gymnasium Montabaur
Humboldtstraße 6, D-56410 Montabaur
Tel. 02602-13498-0 • Fax 02602-13498-111
www.musikgymnasium.de

Kurzbeschreibung: Abitur (2zügig), Ganztagsschule mit Internat (90 Plätze), 430 Schüler, Englisch (Kl.5), Französisch/Latein (Kl.7), Musik als Hauptfach (bis Kl. 10 vierstündig, dann fünfstündig); Instrumentalunterricht (alle Orchesterinstrumente! Klavier, Streicher, Gitarre, Saxophon, Akkordeon, Schlagzeug …), Ensemble (Chor, Sinf.-Or., Holz- u. Blechbläser, Jazz, Kammermusik …), Gesang, Gehörbildung, Dirigieren, Musikgeschichte … Aufnahme zur Kl. 5, Seiteneinstieg mit Instrumentalkenntnissen ab Kl. 7 (jeweils mit Eignungstest).

Erfolge: Jugend musiziert, Dt. Chor- und Orchesterwettbewerb, Jugend jazzt, Jugend komponiert, Internationale Wettbewerbe. Beispiel Jugend musiziert: In den Landeswettbewerb kamen 100 Schüler(innen), nahmen an 108 Wertungen teil und erreichten 23 erste, 52 zweite und 31 dritte Preise sowie 2 erfolgreiche Teilnahmen. Im Bundeswettbewerb 2008 bekamen die Schüler 2 erste Preise sowie 7 zweite und 11 dritte Preise.

Tops: Horizonterweiterung durch Konzerte , Workshops („Künstler in die Schule”), Schulpartnerschaften und Konzertreisen; fortgeschriebenes Qualitätsprogramm (QP I–III) seit 2003.

„Ziel ist es, neben dem Erwerb der allgemeinen Hochschulreife eine gute musikalische Ausbildung zu vermitteln, die junge Menschen zu einem Musikstudium befähigt. Zukünftige Musikstudenten erhalten am Landesmusikgymnasium eine optimale Vorbereitung für ihr Studium.”

Sachsen

 

Sächsisches Landesgymnasium für Musik in Dresden,
Carl Maria von Weber
Mendelssohnallee 34, D-01309 Dresden (Postanschrift)

Georg-Nerlich-Str. 1, D-01307 Dresden (Gymnasiale Ausbildung)
Tel. + Fax: 0351/44039521
www.landesmusikgymnasium.de

Kurzbeschreibung: Aufnahme nach Eignungsprüfung; Sächsisches Zentralabitur und Musikalische Abschlußprüfung nach den Kriterien zur Studienaufnahme an einer Musikhochschule; Instrumental-Ausbildung durch Professoren und Lehrbeauftragte der Hochschule für Musik, der Sächsischen Staatskapelle und der Dresdner Philharmonie.

Ganztagsschule mit Internat ab Kl. 5 (75 Plätze; mtl. Kosten derzeit 205 € zuzügl. 140 € Verpflegung; zuzügl. Schülerfahrkarte), Musik als Hauptfach, Fremdsprachen Englisch/Französisch; Klavier und alle Orchesterinstrumente, eingeschränkt auch Blockflöte, Jazz und Gesang (ab 16 Jahre). Ergänzung des Einzelunterrichts durch Korrepetition, Orchester- und Ensemblespiel, Kammermusik, Jazz-Band und Chor.

Erfolge: Zahlreiche Preise bei „Jugend musiziert” auf allen Ebenen in allen Musikrichtungen und Preisträger bei nationalen und internationalen Wettbewerben einschließlich Orchesterwettbewerben (Übersichten auf der Schul-Website). Auftritte: Musizierstunden im Rahmen der Schule, Podien in und außerhalb der Schule sowie Konzerte an repräsentativen Spielstätten im In- und Ausland.

Top: Förderverein verleiht jährlich den „Preis des Freundeskreises”, Übernahme von Instrumentalkursen, Instrumentenverleih und weiterer Aufwendungen.

Sachsen-Anhalt

 

Landesgymnasium für Musik in Wernigerode
Kanzleistr. 4, D-38855 Wernigerode
Tel. (0 39 43) 26 78 10 • Fax (0 39 43) 26 78 129
www.landesgymnasium.de

Kurzbeschreibung: Abschluß Abitur (allgemeine Hochschulreife); Aufnahme nach Eignungsprüfung; Ganztagsschule mit Internat (150 Plätze in der Salzbergstr. 43), Fremdsprachen: Englisch, Französisch, Latein und Russisch; Musik als Hauptfach (Musikgeschichte, Musiktheorie, Gehörbildung, Chorleitung, Stimmbildung, Klavier, Partiturspiel) mit Schwerpunkt Chorarbeit (Proben, Chorpraktika und Auftritte); Begabtenförderung in Sprecherziehung und Orgelspiel.

Chöre: Rundfunk-Jugendchor (mehrfacher Preisträger; mehr als 70 Fernseh- und Filmaufzeichnungen, über 1000 eingespielte Rundfunk- und Tonträgertitel, 25 Schallplatten und CDs sowie Konzertreisen in alle Welt); Mädchenchor (Anwendung der im Unterricht – z.B. Musiktheorie, Gehörbildung, Chorleitung – erworbenen Fähigkeiten in der Chorarbeit); Kinderchöre der Klassen 7/8 und 5/6.

Tops: Musikproduktionen (CD, Hörfunk, Fernsehen); Förderverein; internationale Kontakte zu Schulen in Italien und den USA, zahlreiche Konzerte und Konzertreisen der verschiedenen Chöre (Übersicht: Schul-Website).

Musische Bildung heißt für das Landesgymnasium u. a., „die Begabungen im musikalisch-künstlerischen Bereich zu fördern” und„die „Vorbereitung auf ein mögliches Musikstudium (z.B. Musikpädagogik, Gesang, Chor- und Ensembleleitung) zu garantieren" (Website). Das „Ziel lautet, nicht nur an der Qualität der Ausbildung – sowohl im allgemeinbildenden als auch im musikalisch-künstlerischen Bereich – festzuhalten, sondern die von [der Schule] bereits unternommenen Schritte zur individuellen Begabtenförderung und Hochschulvorbereitung weiter auszubauen.” (2/2003). „Das gemeinsame Präsentieren von Unterrichtsergebnissen der musikalischen und allgemein bildenden Unterrichtsbereiche … ist immer wieder ein überzeugendes Argument, um allen Besuchern vor Augen zu führen, dass das von [der Schule] propagierte Ausbildungsziel des allgemein gültigen Abiturs (als Hochschulreife für alle Studiengänge) bei gleichzeitig exzellenter hochschulvorbereitender musikalischer Spezialausbildung kein Lippenbekenntnis ist, sondern von jeder Lehrerin und jedem Lehrer in seinem Unterricht und in den vielfältigen zusätzlichen Angeboten gelebt wird.” (2/2004).

Berlin

 

Musikgymnasium Carl-Philipp-Emanuel-Bach
Postanschrift:Rheinsberger Straße 4-5, D-10115 Berlin
Besucheranschrift:Brunnenstraße 148, D-10115 Berlin
Tel. Sekr. 030-40 50 58 30 • Fax: 030 / 40 50 58 50
www.musikgymnasium-berlin.de

Kurzbeschreibung: Abitur (Allgemeine Hochschulreife); Aufnahme nach künstlerischer Aufnahmeprüfung ab Kl. 5; Ganztagschule mit 165 Schülerplätzen; Kosten: 120 € pro Semester zuzügl. 100 € Lehr- und Lernmittel; Internat-Unterbringung kann ermöglicht werden (Kosten: rund 200–230 € mtl. plus Schülerticket); jeweils zuzügl. Verpflegungskosten; Fremdsprachen: Englisch und Französisch; Unterricht in klassischer Musik sowie Jazz- und Popularmusik (Berliner Rahmenplan; Musik-Leistungskurs ist ab Abiturstufe für alle Schüler verbindlich); Tonsatz- und Gehörbildung, Hauptfachinstrument (Orchesterinstrumente und Gesang, Pflichtfach Klavier), Komposition, Korrepetition, Chorgesang, Ensemble- und Orchesterspiel.

Tops: „Schule besonderer pädagogischer Prägung”, verbunden mit Privilegien für künstlerische Entfaltungsmöglichkeiten (Rahmenvorgaben und Schulprogramm auf der Schul-Website). Instrumentalunterricht durch ca. 100 Dozenten und Professoren der beiden Berliner Musikhochschulen (Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ und Universität der Künste); Konzerte und Auftritte auch des Orchesters; Mehrfach-Preisträger bei „Jugend musiziert” und bei internationalen Wettbewerben; Freundes- und Förderkreis.

Mecklenburg-Vorpommern

 

Goethe-Gymnasium Schwerin,

Allgemeinbildendes und Musikgymnasium
Johannes-R.-Becher-Straße 10, D-19059 Schwerin
Tel. 0385-758205-0
• Fax: 0385-75820520
www.musikgymnasium-schwerin.de

Kurzbeschreibung: Abitur, Musikgymnasium (Eignungstest, Ganztagsschule) und Gymnasium mit zusammen rund 1200 Schülern; Englisch (Kl.5), Französisch/Latein (Kl.7), erweiterter Musikunterricht; Musik als Hauptfach (4 Wochenstunden, mit oder ohne Abiturprüfung möglich); Instrumentalunterricht ab Kl. 7 (Klavier kostenlos); verpflichtende Mitarbeit in einem Ensemble (Kinderchor, Jugendchor, Bigband, Instrumentalgruppe); Stimmbildungsunterricht ab Klasse 7.

Projekte auf nationaler und internationaler Ebene, z. B. Probenlager außerhalb Schwerins, Wettbewerbe, CD-Produktionen, Konzertreisen (auch in das nichteuropäische Ausland: USA, Japan).

Ensembles: Chöre (Jugendchor, Kinderchor, Spatzenchor, Chorus femme) Big Band, Theatergruppe, Tanztheater.

Weitere Gymnasien mit Schwerpunkt „Musik” in Deutschland:

Darmstadt (Hessen), Viktoriaschule (www.viktoriaschule-darmstadt.de).

Demmin (Mecklenburg-Vorpommern), Musik-Gymnasium / Goethe-Gymnasium: (www.musikgymnasium-demmin.de und www.goethe-gymnasium.landkreis-demmin.de).

Gera (Thüringen), Goethe-Gymnasium/Rutheneum (www.goethe-gymnasium-gera.de) mit Spezialklassen für Musik: Konzertchor & Kammerchor (www.goethe-chor.de).

Leipzig (Sachsen), Thomasschule (www.thomasschule.de) mit Thomanerchor (www.leipzig-online.de/thomanerchor)

Regensburg (Bayern), Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen: (www.domspatzen.de)

Windsbach (bei Nürnberg, Bayern), Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium (www.jsbg.de) mit Windsbacher Knabenchor (www.windsbacher-knabenchor.de).

Rostock (Mecklenburg-Vorpommern), Musikgymnasium Käthe Kollwitz: Multimediaschule seit Juli 2008; ab Schuljahr 2008/2009 zusätzlicher Musikförderzweig „Musikgymnasium" (www.musikgymnasium-kkg-rostock.de).

Lübeck (Schleswig-Holstein), Johanneum, Gymnasium mit Musikschwerpunkt (http://johanneum.lernnetz.de).

 

Musikstudium in Deutschland

Wer Musik studieren möchte, sollte sich schon frühzeitig nach den Besonderheiten dieses Studiengangs erkundigen und nicht zu spät mit seinen Vorbereitungen beginnen. In allen Fällen wird hohe Musikalität („besondere künstlerische Eignung”) und das Beherrschen eines oder mehrerer Instrumente vorausgesetzt. Den Bologna-Beschlüssen entsprechend wird derzeit auf die international anerkannten akademischen Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt. Mit einigen Ausnahmen (z. B. Oper, Konzertgesang) liegt die Studiendauer für Bachelor/Diplom bei 8 Semestern. Für weiterführende Aufbau-oder Ergänzungsstudien (Master) wären nochmals 4 Semester einzuplanen.

Kenntnisse der Studienbewerber müssen im Rahmen einer Eignungsprüfung an der Hochschule nachgewiesen werden. Die Anforderungen richten sich nach dem gewünschten Studienfach, umfassen jedoch fast immer Musiktheorie und Gehörbildung sowie Klavier (evtl. als Nebenfach). Einige Musikhochschulen bieten an, sich vor der eigentlichen Eignungsprüfung einem unverbindlichen Test zu unterziehen (Kennenlernen der Eignungsprüfungssituation im Hauptfach). Anforderungen für „Schulmusik” (Lehramt für Musik) sind vergleichsweise geringer als das Hauptfach-Studium bestimmter Instrumente, Dirigieren, Gesang oder Komposition.

Detaillierte Informationen über 23 renommierte deutsche Musikhochschulen bietet das Karriereportal der Wissenschaft www.academics.de/musikhochschulen („Die Zeit” und „Forschung & Lehre”). Geboten werden auf aktuellen Stand (2009) jeweils eine Übersicht, Adressen mit links (Hochschul-Website), Informationen zum Studium und Besonderheiten.

Die deutschen Musikhochschulen befinden sich in Berlin (2x), Bremen, Detmold, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt a.M., Freiburg i.B., Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln, Leipzig, Lübeck, Mannheim, München, Rostock, Saarbrücken, Stuttgart, Trossingen, Weimar und Würzburg.

Besonders Begabte sollten sich nach den zahlreichen Möglichkeiten einer Förderung (Stipendium) erkundigen. Wer das Glück hat, sein Abitur an einem Musikgymnasium abzulegen, dürfte es etwas leichter haben (Übersicht nachfolgend).

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