Die vielfach bewährte „Fristen-Methode” von Schulkritik: Bildungsreform „von unten“!
 

Bildungsportal Schulkritik

 

Reform von außen: Herumdrehen und mit dem Wind

Schulkritik stellt sich vor … (Teil 2: Grundlagen und Methoden)

Eine drastische Beschreibung des nach wie vor aktuellen Frustrations-Zustands lieferte schon 1979 der niedersächsische Kultusminister Werner Remmers: „Bildungspolitik ist wie Pinkeln gegen den Wind. Man macht sich nur die eigene Hose naß”. Und noch immer versuchen Bildungspolitiker verzweifelt und erfolglos, ihre Hose trocken zu halten. Die Lösung von Schulkritik: Nicht von oben reformieren, sondern mit den Schülern, Eltern und Lehrern gemeinsam. Oder als Tipp nicht nur an Werner Remmers: Herumdrehen und mit dem Wind!

 

Nicht ohne Stolz!

„Rufmord” oder „Bloßstellung” sind durch Schulkritik nicht zu befürchten. In der Regel sind zum Zeitpunkt einer Veröffentlichung „die Fronten bereits geklärt”. Angesagt ist somit nicht Vertuschung, ein Gegenteil von Bloßstellung, sondern die kritische Betrachtung von Bekräftigungen: Lehrer, Schulleiter, Schulaufsicht oder Kultusministerien, die eine Entscheidung als richtig ansahen und diese im nachfolgenden Beschwerde- oder Diskussionsprozeß auch weiterhin verteidigten, hatten ausreichend bekräftigt, daß sie voll dahinter stehen. Dies kann dann auch die Öffentlichkeit erfahren! Oder anders formuliert: In der Regel sind die Verantwortlichen stolz auf ihr Verhalten, ihre (pädagogischen) Maßnahmen oder Entscheidungen, die sie für korrekt, angemessen, vertretbar oder den Vorschriften entsprechend als richtig empfinden. Diesen Eindruck vermittelten auch jene Hessische Schulen, die in Schulkritik den Anfang machten.

Von der Disqualifizierung einer einzelnen Schule – was den Fortbestand dieser Einrichtung gefährden könnte – kann bei Schulkritik keine Rede sein. Wie die hessischen Vorfälle zeigen, wurden diese keineswegs von allen Eltern als negativ empfunden. Hier standen nicht nur sämtliche Lehrer, sondern auch viele Eltern und einige ihrer Wortführer (von Beruf: Lehrer) hinter den angewandten Methoden, Vorgehensweisen und durchgeführten Strafmaßnahmen. Ihren Kindern fielen diese Eltern mit Äußerungen wie „Lehrer sollen streng durchgreifen!” „Ruhig mal hart anfassen” oder „Wir wollen nichts damit zu tun haben” und „Lieber schnell vergessen” in den Rücken. – Fordern nicht auch Eltern mit zweifelhaften Wertvorstellungen das Recht, aus einem vielfältigen Angebot die ihnen zusagende Schule auszuwählen? Was wäre, wenn es nicht auch passende Schulen für die Kinder jener Lehrer gäbe, die sich zum Nachteil Anderer fehlverhalten? Arme Schüler!

Eine Differenzierung in „gute” und „schlechte” Schulen ist mit Schulkritik weder denkbar noch machbar.

Das Entstehen einer Zweiklassengesellschaft im Bildungswesen, mit „guten” Schulen hier und „schlechten” Schulen dort, darf der Staat nicht dulden; er muß einer solchen Entwicklung energisch und mit allen geeigneten Mitteln entgegentreten.” (Zit. aus: Bildung neu denken! Das juristische Konzept; S. 114 – siehe Forum).

Doch dies steht nur auf dem Papier, denn die „Zweiklassengesellschaft Bildung” ist bereits real. Der Staat tritt fehlender Chancengleichheit keineswegs „energisch entgegen”, sondern beschränkt sich darauf, die Bürger mit Strukturveränderungen von den eigentlichen Problemen abzulenken. Die Differenzierung in „gut” und „schlecht” durch staatliche Stellen ist längst vollzogen: Frau Bundesbildungsministerin Annette Schavan zeichnet zwar „die beste Schule Deutschlands” mit dem „Deutschen Schulpreis” aus, wird sich aber hüten, als abschreckendes Beispiel auch die „schlechteste Schule” zu nennen – obwohl dies ebenso sinnvoll wäre: Wo es „die beste” gibt, gibt es auch „die schlechteste”!

Solange jedoch die Unzulänglichkeiten nur allgemein bemängelt und im Detail verdeckt behandelt werden, ist offiziell „kein Handlungsbedarf” erkennbar. Solche „Details” sind jedoch das Thema von Schulkritik, wobei die Betonung auf „Vielfalt” und „Wettbewerb” liegt. Auch hier lassen sich Unterschiede darstellen, die sich jedoch oberhalb einer die Chancengleichheit bewahrenden „Grundversorgung mit Bildung” bewegen müssen.

Die Fristen-Methode

Bei Beschwerden muß mit einer Bearbeitungsdauer der Schulbehörden von bis zu mehreren Monaten gerechnet werden. Wird dann noch Widerspruch eingelegt oder kommt es gar zur Klage, sind bis zu einer Entscheidung einige Jahre vergangen und betroffene Schüler haben die Schule bereits verlassen. Würde bei der Berichterstattung von Schulkritik ebenso verfahren wie zu Anfang des Projekts, ließen sich die angestrebten Ziele nicht verwirklichen. In zahlreichen Gesprächen – auch mit Lehrern, Schulleitern und Verwaltungsbeamten – ist hierzu folgende Lösung gefunden worden:

Schulkritik empfiehlt, Behörden und Politikern in solchen Fällen feste, zeitlich angemessene Bearbeitungsfristen zu setzen, die ein jeder Bürger z. B. vom Finanzamt kennt und unbedingt befolgen sollte. Am Tag nach Fristablauf werden (evtl. mit erneuter Fristsetzung) weitere Maßnahmen eingeleitet, die – im behördlich-politischen, nicht jedoch im persönlich-privaten Umfeld – als „peinlich” oder „äußerst unangenehm” empfunden werden und mit erheblichem Arbeitsaufwand verbunden sind (Dienstaufsichtsbeschwerde, nächste Beschwerdeinstanz, Kontakt mit Schülern und Eltern, Politikern und Öffentlichkeit, evtl. Einreichen einer Klage oder Strafanzeige usw.). Gleichzeitig könnte die Angelegenheit im Internet erscheinen, was den Druck noch zusätzlich erhöht. So werden die Schulbehörden wie auch die vom Bürger gewählten Volksvertreter zur Beachtung jener Regeln erzogen, zu deren Einhaltung sie selbst den Bürger verpflichtet haben.

weiter in Teil 3

pdf / A107 / 16.10.08

Schulkritik unterscheidet sich …

… in einigen wesentlichen Punkten von Bewertungen (Rankings) der Lehrer und Schulen.

Was Gewerkschaften, Eltern- und Lehrer-Verbände an den typischen Bewertungs-Portalen im Internet mehr oder weniger zutreffend kritisieren, wurde bei der Gründung von Schulkritik geprüft und diskutiert. Die beteiligten Schüler, Eltern, Lehrer kamen zu folgendem Ergebnis:

• Schulkritik ist unabhängig, überparteilich und werteorientiert;

• aktive Beteiligung der Betroffenen (nicht nur Schüler und Studenten, sondern auch Eltern und Lehrer, Einbeziehung von bildungsfernen Bevölkerungsschichten);

• keine Pauschal- oder Schmähkritik durch anonyme Bewerter;

• keine vergleichenden Rankings, keine Schul- oder Lehrer-Hitparaden;

• zuverlässige Daten ohne die Möglichkeit der Manipulation;

• klares Konzept ohne undurchsichtige Methoden;

• Angebot begleitender Informationen, die einen ersten Überblick vermitteln sollen;

• vorbeugende Wirkung zur Vermeidung von Konflikten;

• Verbesserung des Ansehens von Lehrern (die hierzu ihren eigenen Beitrag zu leisten haben);

• Namensnennung nur bei Vorgesetzten und Verantwortlichen (Entscheidungsträger);

• Entscheidungshilfen für Schüler und Eltern (Auswahl der passenden Schule);

• Entscheidungshilfen für Lehrer (Image; Wohnort- und Schulwechsel);

• Entscheidungshilfen für Förderer und Sponsoren.

 

Danksagung

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, daß der Einsatz für Verbesserungen im Schulsystem für den Einzelnen mit viel Aufwand und auch Nachteilen verbunden sein kann. Dies ist allen Beteiligten bekannt.

Die Konsequenzen zu ertragen erfordert persönlichen Mut wie auch Zivilcourage.

Schulkritik dankt allen, die hierzu bereit sind.

 



www.schulkritik.de (16.10.08)

Reform von innen, gemeinsam mit Schülern und Lehrern

Schulkritik stellt sich vor … (Teil 3: Dokumentation)

Ein Schüler bewirbt sich mit seinem Schulzeugnis und ein Student mit seiner Diplom-, Bachelor- oder Magister-Urkunde. Beides dokumentiert die Leistungen in einem vergangenen Zeitraum. Und wie bewerben sich die – künftig eigenständigeren – Schulen bei den Schülern und Eltern? Ebenfalls mit ihren Leistungen in der Vergangenheit! Das von Schulkritik entwickelte Bewertungskonzept für Schulen orientiert sich nicht an Einschätzungen und Befragungen mit Hitparadencharakter, sondern an nachprüfbaren Fakten. .…weiter


www.schülerkritik.de (16.10.08)

Lehrer und Leistung

Die meisten Schüler sind zu ängstlich. Mehr Mut!

In früheren Zeiten mußte allen „Respektpersonen" kritiklos gehorcht werden. Man erzog die Schüler zu willenlosen Befehlsempfängern und wer nicht spurte, wurde geschlagen. Heute sollen Schüler zu „kritikfähigen Staatsbürgern” erzogen werden. Leider gibt es noch immer Lehrer, die hierzu nicht bereit sind und jenen Methoden nachtrauern, mit denen sie selbst erzogen und ausgebildet wurden.…weiter


www.lehrerkritik.de (16.10.08)

Machtverlust? Kritikfähigkeit?

Zwang zur Neuorientierung

Wie alle Menschen wird auch die Berufsgruppe der Lehrer von der Gesellschaft an bestimmten Prinzipien gemessen und danach charakterisiert. Dies spiegelt sich stets auch in Verhaltensweisen wider. Eine zentrale Rolle spielt die Ausübung von „Macht“ gegenüber Kindern und Jugendlichen. Doch wenn sich Schüler und Eltern immer selbstbewußter verhalten, droht Machtverlust– mit Zwang zur Neuorientierung!weiter


 

 

 

 

 

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