Danksagung

Unsere Hochachtung gilt jenen unerkannt zum Wohle der Allgemeinheit wirkenden Whistleblowers in den Behörden, ohne deren Mithilfe ein investigativer Journalismus zur Behebung von Missständen im Bildungsbereich kaum denkbar ist. Sie tragen ein hohes persönliches Risiko. Diese Dokumentation haben wir auch ihnen zu verdanken! 


Erläuterungen zum Inhalt

Die Methode der Schüler, Eltern und Lehrer

Mit dem Internet gegen Missstände im Schulsystem

konrad adamBei Betrachtung der politischen und moralischen Verhaltensweisen vieler Volksvertreter in den letzten Monaten – Wulff und Guttenberg bilden nur die berühmte „Spitze des Eisbergs” – stellt sich die Frage, wie es wohl in Zukunft weitergeht. Um diese zu beantworten, bedarf es keiner Hellseherei, sondern nur der passenden Methode, um die Richtung zu deuten und das Ziel zu erkennen.

Im Bildungsbereich werden seit mehr als 40 Jahren immer neue Ideen und Konzepte ausprobiert, um die bestehenden Mängel zu beheben. Eher positiv entwickelten sich dabei Regionen mit gesunden demokratischen Strukturen, in denen aufgeweckte und mutige Bürger Missstände zu verhindern wussten und häufige Machtwechsel die politische Kontrolle ermöglichten. Weniger erfreulich war die Entwicklung dort, wo sich Machtmonopole bilden konnten, die sich der Kontrolle zu entziehen versuchten und Transparenz verhinderten. Die negativsten Beispiele findet man heute in jenen Bereichen, wo sich mächtige politische Seilschaften entwickelten – besonders dort, wo eine einzige Partei über einen Zeitraum von Jahrzehnten mit absoluter Mehrheit regiert. Machtstrukturen in Politik, Wirtschaft und Bildung sind hier aufs engste miteinander verflochten. Der Durchsetzung eigener Interessen – die nicht unbedingt mit den Interessen der Bürger übereinstimmen – sind oft keine Grenzen mehr gesetzt.

Besonders deutlich wird dies bei Personalentscheidungen, wenn die Postenvergabe mit dem Ziel der Stabilisierung der Seilschaft erfolgt. Ausgewählt werden dann nicht die besten Kandidaten, sondern jene, von denen der größte Nutzen und geringste Widerstand zu erwarten ist. Sind diese dann in Amt und Würden, haben sie Angst vor kompetenteren Kollegen, die ihnen ihre Position streitig machen könnten. Bei Personalentscheidungen in ihrem Einflußbereich werden sie also darauf achten, dass ihnen niemand überlegen ist. Setzt sich eine solche Verhaltensweise über Jahrzehnte fort, führt dies im Personalbestand von Verwaltungsbehörden und politischen Parteien – ebenso in Schulen und Schulbehörden – zur stetigen Abnahme von Kompetenz und Qualität, in den niedrigsten bis hinauf in die höchsten Positionen (auf Details wird hier noch einzugehen sein).

Bei fehlender oder mangelhafter Kontrolle und Transparenz kommen auch Behörden und staatliche Bildungseinrichtungen in die Versuchung, ihre Grenzen auszuloten – besonders dann, wenn die bestehenden Seilschaften und Machtmonopole Missstände oder Fehlverhalten tolerieren oder gar begünstigen.

Der Bürger steht solchen Entwicklungen ratos gegenüber, vor allem wenn gegen zweifelhafte Entscheidungen die Gerichte anzurufen sind. Risiko und Lasten liegen allein beim ihm. Er kennt sich fachlich oft nicht aus und der Gang zum Rechtsanwalt wie auch die gerichtliche Auseinandersetzung erfordern Mut und Überwindung (erste Hürde). Geht sein Rechtsstreit dann verloren, zahlt er aus eigener Tasche (zweite Hürde). Verliert dagegen die Behörde, fällt es dem zuständigen Beamten sehr leicht, auch noch in die nächste Instanz zu gehen, selbst wenn dies als sinnlos erscheint. Für Risiko und Kosten hat ja nicht er persönlich aufzukommen, denn es zahlt der Staat (und diesen finanziert auch jener Bürger, der sich in seinen Rechten beeinträchtigt fühlt). Ist ein Rechtsstreit dann beendet, bleibt die Angelegenheit bei den Behörden in Erinnerung und deren Bedienstete wissen sehr wohl, wie sie sich bei künftigen Anliegen jenes Bürgers revanchieren können. Diese dritte Hürde ist besonders im Bildungsbereich von entscheidender Bedeutung (zahlreiche Beispiele auch zum Thema „Repressionen”).

Somit schließt sich der Kreis: Nimmt die Qualität der Mitarbeiter und Juristen – den oben beschriebenen Gründen entsprechend – in den Verwaltungen ab, steigt nicht allein die Zahl der Fehlentscheidungen zum Nachteil des Bürgers, sondern ebenso die Gefahr von Willkür und Machtmissbrauch. Wird nichts dagegen unternommen, verschlechtert sich die Situation.

Kommen wir zurück zur anfangs gestellten Frage nach der „passenden Methode, um die Richtung zu deuten und das Ziel zu erkennen”: Es gilt, eine Region zu finden, in der die beschriebenen negativen Entwicklungen schon sehr weit fortgeschritten sind; sozusagen ein „Trendsetter”, der vorpirscht und alle übrigen zur Nachahmung verleitet. Werden dortige Entwicklungen, Vorfälle und Missstände mit einer Vielzahl von Beispielen belegt und öffentlich diskutiert, lassen sich Richtung und Ziel erkennen und – bevor es zu spät ist – korrigieren.

Ausgewählte Region